Offerte schreiben: so sagt der Kunde ja

Eine gute Offerte beantwortet drei Fragen auf einen Blick: Was bekommt der Kunde, was kostet es, und bis wann gilt das? Alles andere ist Beiwerk. Hier steht, was hineingehört, wie verbindlich sie ist – und wie du sie so verschickst, dass sie nicht im Chat untergeht.

Für Selbstständige und kleine Betriebe in der Schweiz · Stand 2026 · keine Rechtsberatung

Was in eine Offerte gehört

Wie verbindlich ist eine Offerte?

Eine Offerte ist rechtlich ein Antrag zum Abschluss eines Vertrags. Setzt du eine Frist («gültig bis 31. Oktober»), bist du bis zum Ablauf daran gebunden (Art. 3 OR). Ohne Frist bist du unter Abwesenden so lange gebunden, wie du mit einer rechtzeitigen Antwort rechnen darfst (Art. 5 OR). Wer sich nicht binden will, macht das deutlich – zum Beispiel mit «unverbindlich» (Art. 7 OR).

Bei Werkverträgen lohnt der Blick aufs Preismodell: Bei einem festen Preis musst du das Werk dafür fertigstellen, auch wenn es mehr Aufwand wird (Art. 373 OR). Bei einem ungefähren Kostenansatz darf das Total nicht unverhältnismässig überschritten werden (Art. 375 OR). Schreib also klar, was gilt.

Vorlage zum Kopieren

Offerte OF-2026-014 · Luzern, 1. Oktober 2026 Neue Website Praxis Seefeld Guten Tag Herr Petersen Vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne offerieren wir Ihnen eine neue Website mit drei Seiten (Start, Team, Kontakt), mobil optimiert und mit Link zur Online-Terminbuchung. Texte liefern Sie, Bilder sind vorhanden. 1 Konzept & Seitenstruktur 6 Std. à 120.00 720.00 2 Design drei Seiten Pauschal 1’680.00 3 Umsetzung & Livegang 12 Std. à 120.00 1’440.00 Optional: Pflege-Abo 12 Monate 540.00 Zwischentotal 3’840.00 MWST 8,1 % 311.04 Total CHF 4’151.04 Gültig bis 31. Oktober 2026. Bei Annahme wird eine Anzahlung von 30 % fällig. Nicht enthalten: Texterstellung, Fotografie, Hosting. Freundliche Grüsse Mira Holm, Atelier Holm

Fünf Dinge, die mehr Zusagen bringen

  1. Am selben Tag schicken. Wer zuerst eine saubere Offerte liefert, hat oft schon gewonnen.
  2. Annehmen leicht machen. Ein PDF ausdrucken, unterschreiben und scannen macht niemand gern. Ein Link mit «Annehmen»-Knopf auf dem Handy schon.
  3. Optionen anbieten. Ein, zwei Extras zum Ankreuzen (Pflege, Express, zusätzliche Runde) erhöhen den Auftragswert, ohne dass du verkaufen musst.
  4. Eine Frist setzen. Ohne Gültigkeit gibt es keinen Grund, sich heute zu entscheiden.
  5. Nach zwei, drei Tagen nachfassen. Am besten, wenn du weisst, dass die Offerte schon angesehen wurde. Ein kurzer Satz reicht: «Haben Sie noch Fragen dazu?»

Und nach der Zusage?

Aus der angenommenen Offerte wird die Rechnung – mit denselben Positionen, abzüglich einer allfälligen Anzahlung, und mit QR-Zahlteil. Wie das genau aussieht, steht im Ratgeber QR-Rechnung erstellen.

Häufige Fragen

Offerte oder Angebot – was ist der Unterschied?

Inhaltlich nichts. In der Schweiz sagt man Offerte, in Deutschland Angebot. Beides ist rechtlich ein Antrag zum Abschluss eines Vertrags.

Muss die MWST auf die Offerte?

Wenn du MWST-pflichtig bist, solltest du Preise klar als exkl. oder inkl. MWST ausweisen und den Satz nennen (Normalsatz 8,1 %, reduziert 2,6 %, Beherbergung 3,8 %). Bist du nicht MWST-pflichtig, schreibst du keine MWST aus.

Wie lange sollte eine Offerte gültig sein?

Üblich sind 14 bis 30 Tage. Eine Frist schützt dich vor alten Preisen und gibt dem Kunden einen Grund, sich zu entscheiden.

Ist eine Annahme per Klick oder Mail gültig?

Die meisten Aufträge sind in der Schweiz formfrei gültig (Art. 11 OR). Eine Zusage per Mail, WhatsApp oder Klick genügt – wichtig ist, dass du sie belegen kannst. Ausnahmen gelten etwa bei Grundstücken.

Schreib deine Offerte ohne Word.

Kopier die Nachricht deines Kunden rein. Die KI schreibt daraus einen Entwurf. Du prüfst ihn und schickst den Link. Dein Kunde sagt auf dem Handy zu, und die Rechnung mit QR-Code ist danach nur ein Klick.

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